Training zur interkulturellen Kompetenz

Wirksam und kultursensibel mit straffällig gewordenen Menschen arbeiten

Training zur interkulturellen Kompetenz

Training zur interkulturellen Kompetenz

Wirksam und kultursensibel mit straffällig gewordenen Menschen arbeiten

Wie bedeutend Kultursensibilität ist

Mitarbeitende, die im forensischen Kontext arbeiten, haben jeden Tag mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen zu tun. Um Menschen aus anderen kulturellen Hintergründen zu erreichen und hilfreich unterstützen zu können sollten die Fachkräfte ihnen nicht nur wertschätzend begegnen, sondern deren Verhalten auch verstehen. Dabei verlangt der Gesetzgeber, dass stets Theorien und empirische Erkenntnisse, die dem derzeitigen Stand der Wissenschaft entsprechen, für die Beurteilungen und Einschätzungen herangezogen werden. Daneben wird explizit gefordert, dass „die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gefangenen, insbesondere im Hinblick auf Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung und sexuelle Identität“ berücksichtigt werden (z.B. Berliner Vollzugsgesetz §3 (6)). Sowohl Risikoeinschätzung, prognostische Aufgaben als auch die Betreuung und Behandlung setzen voraus, dass menschliches Erleben und Verhalten kultursensibel verstanden, beurteilt und verändert werden sollte.

Dabei können interkulturelle Kompetenztrainings und Weiterbildungen eine entscheidende Lücke füllen. Denn bisher entstammen fast ausnahmslos alle theoretischen Ansätze und empirischen Befunde zur Erklärung und Prävention von Delinquenz einem euro-amerikanischen Kontext. Interkulturelles Wissen und Basiskompetenzen sind zudem kaum Bestandteil der grundlegenden Ausbildung von Psychologinnen und Psychologen, Fachpsychologinnen und Fachpsychologen für Rechtspsychologie, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie forensischen Psychiaterinnen und Psychiatern oder Pflegekräften bzw. Mitarbeitenden des allgemeinen Vollzugsdienstes.

An wen sich Schulungen zu Kultursensibilität, Diversität und interkulturelle Kompetenz richten

Sich intensiv mit den Themen Interkulturalität, Kultursensibilität und Diversität zu beschäftigen, kann die Wirksamkeit in der forensischen Arbeit stark erhöhen, und zwar sowohl in der Bewährungs-und Straffälligenhilfe, den Jugend- und Justizvollzuganstalten, dem Maßregelvollzug und forensische Kliniken, der forensischen Nachsorge und Fachambulanzen als auch in allen Vereinen, die aktiv bei einem Ausstieg unterstützen. Dies betrifft beinahe alle Fachkräfte dieser Einrichtungen aus den Bereichen:

  • Psychologie

  • soziale Arbeit

  • Sozialpädagogik

  • Psychiatrie

  • Pflege

  • Kunst-, Sport-, & Ergotherapie

Wir haben bereits viel Erfahrung in zahlreichen Regionen sammeln dürfen.

Referenzkunden von AfiK im Land Baden-Württemberg
Referenzkunden von AfiK im Land Bayern
Referenzkunden von AfiK im Land Berlin
Referenzkunden von AfiK im Land Brandenburg
Referenzkunden von AfiK im Land Niedersachsen
Referenzkunden von AfiK im Land Nordrhein-Westfalen
Referenzkunden von AfiK im Land Rheinland-Pfalz
Referenzkunden von AfiK im Land Sachsen
Referenzkunden von AfiK im Land Schleswig-Holstein
Referenzkunden von AfiK im Kanton Zürich (Schweiz)

Interesse an einer Fortbildung zu Diversität, Kultursensibilität und interkulturelle Kompetenz für Ihre Mitarbeitenden?

Die Dozentin

Dr. Stefanie Schmidt

Stefanie beschäftigte sich schon während ihres Psychologiestudiums an der HU Berlin mit Fragen zur Kultursensibilität und Übertragbarkeit bestehender Ansätze und Erkenntnisse. Für ihre Diplomarbeit im Schwerpunkt Rechtspsychologie verband sie diese Fragen mit dem Thema Kriminalprognose. Nach einer reichhaltigen Erfahrung in der Praxis der Diagnostik im Strafvollzug in Berlin setzte sie diese Forschung in ihrer Promotion zu „Interkulturellen Aspekten der Kriminalprognose“ fort. Ihre Kenntnis diverser Aspekte der Interkulturellen Psychologie flossen in die Entwicklung eines theoretischen Modells ein, welches kulturunabhängig Straffälligkeit erklären kann. Als Trainerin der interkulturellen Psychologie gibt sie diese Einsichten nun an Praktikerinnen und Praktiker sowie Führungskräfte im forensischen Kontext weiter und zeigt, wie die Einschätzung und Begleitung von straffällig gewordenen Menschen kultursensibel gelingen.

  • Diplomstudium der Psychologie an der HU Berlin mit Schwerpunkt Rechtspsychologie
  • systemische Beraterin ISB Wiesloch
  • Promotion (Dr. rer nat.) zum Thema „Interkulturelle Aspekte der Kriminalprognose“
  • Heilpraktikerin für Psychotherapie
  • Trainerin für interkulturelle Kompetenz (ikud)
  • Coach der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)

Lehrbuch & weitere

Schmidt S., & Hawliczek, S. S. (2023). Diagnostik im Strafvollzug. Reihe: Basiswissen Soziale Arbeit, Wiesbaden: Springer Fachmedien

Schmidt, S. (2018). Interkulturelle Aspekte der Kriminalprognose. Dissertation. Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät. https://doi.org/10.18452/19320

Schmidt, S., & van der Meer, E. (2018). Leitlinien für interkulturelle Kompetenztrainings in der Arbeit mit Straffälligen. Broschüre.

Publikationen in rezensierten Fachzeitschriften

Schmidt, S., Heffernan, R., & Ward, T. (2021). The Cultural Agency Model of Criminal Behavior. Submitted to Aggression and Violent Behavior, 58, https://doi.org/10.1016/j.avb.2021.101554.

Schmidt, S., & Ward, T. (2021). Ein Modell zur kultursensiblen Erklärung von Delinquenz. Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 5, 143–158 (2021). https://doi.org/10.1007/s11757-020-00638-5

Schmidt, S., Heffernan, R., & Ward, T. (2020). Why we cannot explain cross-cultural differences in risk assessment. Aggression and Violent Behavior, 50, 101346. https://doi.org/10.1016/j.avb.2019.101346

Schmidt, S., Bliesener, T., & van der Meer, E. (2019). Risk and protective factors of delinquency that are sensitive to migration and culture. Psychology, Crime & Law, 18(2), 1–27. https://doi.org/10.1080/1068316X.2019.1597088

Schmidt, S., van der Meer, E., Tydecks, S., & Bliesener, T. (2018). How Culture and Migration Affect Risk Assessment. The European Journal of Psychology Applied to Legal Context, 10, 65-78. doi:10.5093/ejpalc2018a7

Schmidt, S., van der Meer, E., Tydecks, S., & Bliesener, T. (2017). Wie lässt sich Delinquenz bei Personen mit türkischem oder arabischem Migrationshintergrund erklären? Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, 11(4), 304-321. doi: 10.1007/s11757-017-0443-2

Schmidt, S.*, Pettke, O.*, Lehmann, R. J. B., & Dahle, K.-P. (2017). Sexualstraftäter ohne und mit Migrationshintergrund aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, 11(4), 322–334. doi:10.1007/s11757-017-0441-4 [*geteilte Erstautorschaft]

Dahle, K.-P., & Schmidt, S. (2014). Prognostische Validität des Level of Service Inventory-Revised. Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, 8(2), 104–115. doi:10.1007/s11757-014-0256-5

Publikationen in Fachbüchern

Schmidt, S. (2023). Interkulturelle Aspekte der Rechtspsychologie. In T. Bliesener, K.-P. Dahle, & F. Lösel (Ed.), Lehrbuch Rechtspsychologie (2. Edition, S. 177-192). Hogrefe AG.

Schmidt, S., Heffernan, R., & Ward, T. (2022). Why dynamic risk factors cannot be applied universally: Their normative nature and the importance of cultural awareness in risk assessment and intervention. In G. C. Liell, L. F. Jones, & M. J. Fisher (Ed.), Challenging bias in forensic psychological assessment and testing: Theoretical and practical approaches to working with diverse populations (p. 52–68). Routledge.

Schmidt S., Bliesener T., & van der Meer, E. (2017). Kultursensibel begutachten – aber wie? Eine Befragung von Experten mit Migrationshintergrund. In U. Kobbé (Hrsg.) Forensische Prognosen. Ein transdisziplinäres Praxismanual: Standards – Leitfäden – Kritik (S. 99–108). Lengerich: Pabst Science Publishers.

Schmidt, S., Bliesener, T. & van der Meer, E. (2016). Wie die kulturelle Sozialisation die Ausprägung und Vorhersagekraft von Risikofaktoren beeinflusst: Ein Vergleich erwachsener Strafgefangener ohne und mit türkischem bzw. arabischem Migrationshintergrund. In J. Ls. Müller, P. Briken, M. Rösler, Fromberger, P. & Jordan, K. (Hrsg.), EFPPP Jahrbuch 2016. Empirische Forschung in der forensischen Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie. Berlin: MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

Dinkelborg, L. M.*, Schmidt, S.* & van der Meer, E. (2016). Offener oder geschlossener Vollzug? Analyse der Kriterien zur Platzierung von Inhaftierten mit und ohne Migrationshintergrund im offenen Strafvollzug. In J. L. Müller, P. Briken, M. Rösler, Fromberger, P. & Jordan, K. (Hrsg.), EFPPP Jahrbuch 2016. Empirische Forschung in der forensischen Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie. Berlin: MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. [*geteilte Erstautorschaft]

Schulungen für unterschiedliche Anliegen und Settings

Wir bieten Schulungen und Weiterbildungen zu Kultursensibilität, Diversität und interkultureller Kompetenz in ganz unterschiedlichen Formaten an, um den verschiedenen Zielen, Zielgruppen und Zeitpunkten gerecht zu werden. Fragen Sie uns gerne an!

Ziel des ersten Basisworkshops ist es, die Grundlagen für die umfangreiche Weiterentwicklung interkultureller Kompetenzen zu legen. Dabei geht es um die Vermittlung von Wissen, die Sensibilisierung für Haltungen und die Erarbeitung von Handlungskompetenzen. Das Basismodul ist so aufgebaut, dass bei jedem inhaltlichen Thema (wie z. B. Diskriminierung) alle drei Aspekte berührt werden. Übergreifend sollen im Training folgende Ziele erreicht werden:

Die Teilnehmenden haben ein Bewusstsein für ihre eigene kulturelle Orientierung und die Wirkung von Vorurteilen und Diskriminierungen.

Die Teilnehmenden haben umfangreiche Kenntnis über kulturelle Werteorientierungen, Migration und Akkulturation.

Die Teilnehmenden sind kompetent im Umgang mit Unsicherheiten und Hindernissen, die im interkulturellen Arbeitsalltag auftauchen können.

Was Teilnehmende aus unseren Workshops mitnehmen

Wir haben unsere Workshops ganz bewusst so aufgebaut, dass wir eine hohe Praxisnähe und nachhaltige Eindrücke schaffen.

tiefgreifender Zugang

zu vermitteltem Wissen

Reflexionen, Simulationen, und Gruppenarbeiten ermöglichen eine erfahrungsbasierte Auseinandersetzung.

zahlreiche Tools

die direkt einsetzbar sind

Sammeln vielfältiger Ideen, Übungen und Checklisten, die einen echten Mehrwert für die Praxis haben.

vielseitiges Material

zum nachhaltigen Lernen

Alle erhalten ein Handout, zahlreiche Arbeitsblätter und prägnante Übersichtsbeiträge zu den relevanten Themen.

diverse Anregungen

aus einem lebendigen, kollegialen Austausch

Es gibt viel Raum, um aktuelle Fälle, Fragen, Anliegen und Themen aus der Praxis gemeinsam zu besprechen.

Ablauf eines Einführungsworkshops

Übergeordnetes Ziel sollte es sein, dass die Teilnehmenden unterschiedliche kulturelle Orientierungen verstehen und in der Lage sind, ihr Wissen und ihre Haltung in kultursensibles Handeln zu transferieren. Daraus ergibt sich, dass ein interkulturelles Training zunächst kulturübergreifend sein sollte und die Aspekte Wissen, Haltung und konkrete Handlungskompetenzen vereinen muss.

Workshop-Agenda

  • Bewusstwerdung (eigener) kultureller Orientierung(en)

  • Besonderheiten der (inter-)kulturellen Kommunikation

  • Wirkung von Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung

  • Bedeutung unterschiedlicher kultureller Werteorientierung und Selbstwahrnehmungen

  • Einfluss von Migration und Akkulturationsbedingungen

  • Interkulturelle Handlungskompetenzen in der Einschätzung und Begleitung

  • Kultursensible Fallarbeit

Kontaktieren Sie uns gerne!

Fortbildungen, Schulungen, Workshops, Vorträge – alles zu den Themen Diversität, Kultursensibilität, Interkultureller Kompetenz in der forensischen Arbeit.

Wenn Sie Interesse an einem Workshop, Vortrag oder einer Fortbildung für Ihre Mitarbeitenden haben, schreiben Sie uns bitte über nebenstehendes Kontaktformular.

Wir melden uns i.d.R. innerhalb von zwei Werktagen.

    Wir verarbeiten Ihre Daten ausschließlich gemäß unserer Datenschutzerklärung.